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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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141
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An zweiter Stelle sind zu tractiren solche Autoren,die entweder durch ihren ästhetischen Werth oder durchdas Bedeutende ihres Inhalts hervorragen und so zur rich-tigen Würdigung, zum gründlichen Verständniss des Alter-thums beitragen. In der ersten Hinsicht kämen z. B. inBetracht von den GriechenPindar und Aristophanes (derübrigens auch hin und wieder auf Schulen gelesen wird),von den Römern Tibull und Properz ; in der zweiten dortPolybius, hier die noch lange nicht genügend verwertheteNaturgeschichte des Plinius, diese natürlich in Auswahl.

Während die bisher bezeichneten Autoren sich vor-nehmlich zu Collegien eignen, würden die an dritter Stellefolgenden am besten zu Seminarübungen passen.

Es werden nämlich ferner heranzuziehen sein Werke,für welche durch Methode und Geist innerhalb des Ge-bietes der formalen Philologie ausgezeichnete Ausgaben vor-liegen, zweitens solche, in denen noch viel zu bessern, alsodem divinatorischen Scharfsinn viel Spielraum geboten ist.In beiden Arten dürfte auch stets ein dankbares Feldzu grammatischen oder metrischen Observationen sein.

Was die zweite Species von Autoren betrifft, so mussnatürlich jeder Docent nach seiner eigenen Erfahrung wählen:nur möchte ich den Rath beifügen, solche Werke für Be-handlung in Seminarien auszusuchen, bei denen Conjecturenmit der Hand, aber nicht mit dem ganzen Sack zu streuensind. Denn zunächst muss der Schwerpunkt der Uebungenin die Interpretation sowie in die grammatische undmetrische Observation, nicht in die Conj ecturalkritik ge-legt werden, auf dass der Student nicht meine, Philologund Conjectator sei ganz dasselbe. Auch verwirrt es, wennzu oft der ruhige, folgerechte Gang der Interpretation durch