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die kritischen Zeitschriften verschickten s. g. Pflichtexemplareimmer vor der buchhändlerischen Versendung von Novitätenoder spätestens gleichzeitig ausgetheilt zu werden. — Undsiehe da! Sechs Wochen darauf, am 27. October, als dasBuch noch kaum recht in's Publicum gelangt war, findetsich im Lit. Centrabl. fix und fertig eine ausführliche»Kritik« der wissenschaftlichen Biographie Ritschl's. Biszur Stunde, Ende des Jahres 1877, ist dies die einzigeKritik, von der ich gehört. Ich hoffe Ihnen klar gemachtzu haben, Herr College, dass es für Ihr Journal besser ge-wesen wäre, Sie hätten nach eben so viel Jahren eine Kri-tik gebracht — oder auch gar keine — als diese. Umbei der zweiten Möglichkeit einen Augenblick zu verweilen— es kann für den Herausgeber einer Zeitschrift, wie dasLit. Centralbl., oft schwer werden, einer Schrift, die er re-censirt wünscht, gerecht zu werden, wenn entweder der Autorviel Gegner in der gelehrten Welt hat, oder nur Wenigeauf dem gleichen Gebiet competent und diese zu einer Re-cension nicht willig sind. In diesem Fall gibt es ein sehreinfaches Mittel — man recensire gar nicht! Es wird beidem verständigen Publicum einer kritischen Zeitschrift niezum Vorwurf gereichen, wenn in ihr Werke übergangen sind,sondern nur, wenn sie Recensionen bringt, die unwissendund gedankenlos sind.
Bedenken Sie nur, Herr College, wieviel Schaden z. B.die in Rede stehende Recension einem Anfänger in derWissenschaft hätte bringen können! Konnte sie nicht einemsolchen die Carriere erschweren oder gar ihm die Lust amwissenschaftlichen Produciren verleiden? Denn es ist immermisslich, auf eine Recension, mag sie noch so tief stehen,zu antworten. Das vulgus, also die grosse Majorität, im