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grade ältere Gelehrte — unter denen doch naturgemässdie Meister am ersten zu finden sind — oft überhaupt we-nig Neigung zum Recensiren verspüren, sei es, sie dass dieSchwierigkeit einer guten Recension besser erkennen als dasjüngere Geschlecht, sei es, dass sie mit Werken selbstän-diger Production vollauf beschäftigt sind.
Indessen dies alles möchte vielleicht noch minder insGewicht fallen. Sehr bedenklich oder vielmehr entschiedenschädlich aber ist der Grundsatz, den ein Blick auf das Lit.Centralbl. erkennen lässt, und den Sie zum Ueberfluss mireinmal persönlich ausgesprochen haben, von jedem erschie-nenen Werk so schnell als möglich eine kritische Anzeigezu liefern. Dieser trägt, wenn ich nicht irre, die Haupt-schuld an den verunglückten Recensionen Ihres Journals.Soweit ich absehe, hat niemand an schnellen Recensioneneines Buches ein Interesse, ausser dass sich etwa der Ver-leger, des Absatzes wegen, recht bald eine möglichst vor-theilhafte Kritik wünschen mag — und ich weiss, wie we-nig dies für Sie massgebend ist. Sonst hat aber weder derAutor noch die Wissenschaft ein Interesse, dass eine Schriftschnell, sondern dass sie gerecht und fruchtbringend recen-sirt werde. Dasselbe gilt für das Publicum. Denn schlimm-stenfalls ist es besser, wenn dieser oder jener ein schlechtesBuch liest, weil er nicht rechtzeitig davor gewarnt ist, alswenn er ein'gutes Buch vernachlässigt, weil eine vorschnelleund unreife Recension ihn abgeschreckt.
Wenden Sie dies einmal auf den vorliegenden Fall an 1Am 22. September berichtete das Lit. Centralbl., dassin der Woche vom 8. bis 15. d. M. unter andern neuerschie-nenen Schriften auch meine Schrift in der Redaktion nieder-gelegt sei — bekanntlich pflegen die von den Verlegern an