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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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Gräcisten mit Beweisen und sachlichen Gründen des Ge-gentheils überführt zu werden. Nur möge man in dieseFragen nicht chauvinistische Vorurtheile und nationale Eitel-keit einmischen, mit denen die Wissenschaft nichts gemeinhat. Das beste Mittel für ein Volk, um immer an derSpitze der Bildung und Gelehrsamkeit zu marschiren, istwenn es glaubt, es marschire nicht an der Spitze.

Ich bin, Herr College, am Ende meiner Entgegnungangelangt aber erwarten Sie keine Wiederholung der-selben! Ich glaube für jeden, der nur ein Fünkchen Wis-sen, Geist und Methode, nur ein Körnchen Unbefangen-heit hat denn leider sind einige, zum Glück wenige,und meist untergeordnete, Philologen meiner Heimath voneinem, man kann nur sagen: stupiden Hass gegen mich er-füllt, so weit ich sehe, doch nur, weil ich gern meineneigenen Weg gehe und ein abgesagter Feind aller Coterienund alles erschlichenen Ruhmes bin, für alle in Betrachtkommenden also glaub' ich nachgewiesen zu haben, dassIhr An. zu tief steht, um auch nur das Wesen einer wissen-schaftlichen Biographie zu begreifen, geschweige um über sieurtheilen zu können. Nicht um ihn zu widerlegen schriebich diese Entgegnung, da ich Wichtigeres zu thun habe,und sehr gering von dem Wissen und dem Urtheil meinerdeutschen Fachgenossen denken müsste, wenn ich diese Re-cension einer Wiederlegung bedürftig hielte, sondern theilsweil ich hoffen durfte, Sie und das Publicum durch eigeneExpositionen vergessen zu machen, welchem Anlass sie ent-sprungen war, theils um Sie durch ein ausführlich motivir-tes Beispiel zu veranlassen, künftig grössere Sorge und Auf-merksamkeit auf die Wahl derer zu wenden, denen Sie Re-censionen innerhalb des Gebietes der klassischen Philologieanvertrauen.