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lagerung und Umwerbung der einzelnen Stellen ein sehr Un-gewisses. Bei dem Erfolg geben hier häufig noch andereSachen den Ausschlag als wissenschaftliche Leistungen undLehrbegabung. Ich bin deshalb der Meinung, es solle einProfessor nie zur Betretung der akademischen Laufbahnermuntern, ausser wenn er zugleich von der aussergewöhn-lichen Begabung eines Schülers fest überzeugt ist und genugEinfluss besitzt, um wenigstens mit einiger Sicherheit zuhoffen, es werde sich die Zukunft des so Ermunterten sicherstellen lassen.
Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, eineAnsicht Lachmanns, der leider in philologischer wie päda-gogischer Hinsicht heutzutage von Vielen viel zu wenig be-achtet wird, zu adoptiren und kräftig zu vertreten.
Lachmann') war der Meinung, man solle die Habili-tation der Privatdocenten frühstens drei Jahre nach derDoctorpromotion, also der Vollendung des akademischenTrienniums oder Quadrienniums, gestatten, weil eine längereVorbereitungszeit ganz besonders dazu diene, »die Einseitig-keiten, Lücken und Mängel der bisherigen Ausbildung zuentfernen.« Ein vortrefflicher, Lachmann's würdiger Ge-danke! Ritschi war bekanntlich in dieser Hinsicht laxererAnsicht, nicht immer zum Vortheil der Sache. — In derThat ist bei dem heutigen Umfang der philologischen Dis-ciplinen es schwer möglich, dass ein angehender Docentanders eine einigermassen umfassende Kenntniss derselben,ja selbst nur eine recht gründliche Kenntniss in seinemspeciellen Fach habe, ohne jener Forderung Genüge zuleisten. Die Meinung, es lasse sich später vieles suppliren,
') vgl. die Biographie von M. Hertz, S. 79.F. Rilschl, v. L. MuelUr.