---- I2Ö ----
ob er später die akademische Laufbahn einschlagen wird.Viele wissen dies selbst in den ersten Jahren, ja sogar nachBeendigung des Studiums noch nicht genau. Noch anderegehen später von dieser Carriere in die andere über, undumgekehrt. Oder sollten etwa wenigstens für die künftigenakademischen Docenten besondere Collegien und Uebungeneingerichtet werden? Das geht aus den eben dargelegtenGründen auch nicht. Ausserdem würde dies bedenklichan chinesische Institutionen erinnern.
Es würden nun die von mir und den oben genanntenMännern vertretenen Ansichten nur dann einem begründetenVorwurf unterliegen, wenn die Absicht vorgewaltet hätte,die Studenten zum Staatsexamen abzurichten oder, ummich eines studentischen Ausdrucks zu bedienen, einzu-pauken, aus ihnen nicht tüchtige Philologen zu machen.Das aber kann kein Verständiger annehmen.
Ritschi wurde durch seine plautinischen Studien, aufdie er sich schon in jungen Jahren warf und die er dannmit allem, was sich an diese knüpfte, bis zum Lebensendeeifrigst gepflegt hat, veranlasst einen grossen Theil seinerlehrhaften Thätigkeit in Colleg und Seminar aus dem altenLatein zu nehmen. Auch sonst berücksichtigte er dieBedürfnisse der Gymnasien nicht genug. In pädagogischerHinsicht war dies aus dem Grunde, den ich mit den Worteneines feinen Kenners von Ritschl's Ingenium, Herrn Pomja-lowsky, S. 66 der wissenschaftlichen Biographie wiederge-geben habe, durchaus nicht so schädlich, als es hätte seinkönnen. Doch verschwiegen durfte der S. 65 ausgesprocheneTadel nicht werden, um so weniger, als unter Ritschl's Schü-lern, auch unter den besseren und bedeutenderen, manchesind, deren pädagogische Thätigkeit eine entschiedene Nach-