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wohl sagen. Hat selbst unter den akademischen Profes-soren nie Jemand, und wäre er der begabteste Mann ge-wesen, am Ende seines Lebens sich einer vollständigenKenntniss des klassischen Alterthums rühmen können (dieUnermesslichkeit des Stoffes hindert dies) —, wie sollteein Student — und wäre er mit Intellect und Gedächtnissnoch so reich ausgestattet, wäre er ferner, was hierbei unge-mein wichtig, noch so gut vorbereitet zur Universität ge-kommen — am Ende des Trienniums oder Quadrienniumsauf seinen Lorbern ruhen dürfen! Vollständig aber soller eingeweiht sein in die Methode, damit er, um micheines populären Ausdrucks zu bedienen, wisse, wo BarthelMost holt, damit er selbst erkenne, welche Wege er einzu-schlagen hat, wenn er irgendwo seine Kenntnisse supplirenoder auch frei produciren will. Und dies ihm beizubringenist die erste Pflicht und Aufgabe des Professors, nicht etwaseinen Kopf mit wüstem und ungeordnetem Notizenkramoder mit endlosen Citaten zu füllen.
Doch ich kehre wieder zum An. zurück.
Er meint offenbar, ich hätte zuerst den Gedanken ge-fasst, dass die erste und wichtigste Pflicht eines Professorsder klassischen Philologie sei, tüchtige Gymnasiallehrer zubilden. Wahrlich, es stände schlimm mit der kulturhisto-rischen Aufgabe der klassischen Philologie, eine Lehrerinund Bildnerin der Völker zu sein, schlimmer noch mit demUrtheil oder der Ehrlichkeit der frühern Philologen, wenner recht hätte. Er beweist aber auch hier nur seine Un-wissenheit.
Von Lachmann z. B. zeigt sowohl die Kenntniss seinerLehrthätigkeit als auch die Biographie von M. Hertz, dasser die Heranbildung von Gymnasiallehrern als die erste