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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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die Präponderanz der grossen zu brechen, die leicht fürdie Freiheit der Wissenschaft sehr bedenkliche Folgen habenkann.

Was die Zeit des akademischen Studiums betrifft, sopflegen schon jetzt die meisten Studenten der Philologie,in Folge des Anwachsens der Wissenschaft und der An-forderungen, dem Triennium ein Quadriennium zu Substi-tuten; es würde nichts schaden, dies gesetzlich zu fixiren.Verbleibt ein Student noch länger auf der Universitätdesto besser.

Sollte man den oben exponirten Rathschlägen Beach-tung schenken, so würde ich glaube es verbürgen zukönnen dies die segensreichsten Folgen haben. Es wäredann möglich, was jetzt an vielen Universitäten selbst beider aufopferndsten Hingebung, dem grössten Lehrtalent derDocenten nicht wohl zu erfüllen ist, dass jeder Studentder klassischen Philologie, dem es nicht ganz an Talentund Eifer gebricht, die Universität verliesse als ein tüchtigerPhilologe, als ein im besten Sinn des Wortes liberal ge-bildeter Kenner des Alterthums, eine verkörperte Vernei-nung der noch immer nicht ausgestorbenen Species desDoctor umbraticus, den Ruhnken so meisterhaft geschildert.Es würde ihm zu dem erfolgreichsten Unterricht nichtsmangeln als die Kenntniss der praktischen Kunstgriffe derPädagogik, die nun einmal lediglich durch die Praxis er-lernt werden können. Abgesehen hiervon würden sich dieBegriffe » tüchtiger Philologe « und »tüchtiger Gymnasial-lehrer« decken, was jetzt keineswegs immer der Fall ist.

Ich brauche wohl nicht zu bemerken, dass ich keines-wegs meine, es solle der Gymnasiallehrer nach, dem Ein-tritt in's Amt der Beschäftigung mit der Wissenschaft Lebe-