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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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als Grundlage dienen oder gar den ersten Platz einnehmen,weil dies einfach zum Ruin der klassischen Studien aufden Gymnasien führen würde.

Das einzige, was man in Wahrheit meinem Programmeentgegenhalten könnte, ist nicht, dass es zu eng sei, sondernim Gegentheil, dass es so weit ist, dass die meisten Uni-versitäten Deutschlands und noch mehr des Auslandes dem-selben aus Mangel an Lehrkräften nicht ganz zu entsprechenim Stande sein dürften. Dies ist aber etwas rein äusser-liches. Möge man eben den Etat für die philologische Ab-theilung der Universitäten erhöhen, grade wie für alleandern Fächer, wo dies nöthig ist!

Ich gebe hier ein Verzeichniss der Professoren, dienach meiner Ansicht auf einer philologischen Muster-Uni-versität mindestens vorhanden sein müssten.

i Ordinarius und i Extraordinarius für die formalelateinische Philologie.

Ebenso für die formale griechische Philologie.

i Ordinarius für alte Geschichte und Geographie.

i Extraordinarius für römische und griechische Alter-thümer, der zugleich für die Epigraphik zu sorgen hätte.

i Ordinarius für Archäologie und Mythologie.

Sehr wünschenswerth, und nicht bloss für Philologen,wäre auch ein Professor der lateinischen und griechischenPaläographie.

Auf das übrigens so nützliche und achtenswerthe In-stitut der Privatdocenten ist hier, wie man sieht, keineRücksicht genommen, und mit Grund. Denn der Bestandvon Privatdocenten an den Universitäten ist rein zufällig.Oft sind selbst an einer kleinen mehrere Privatdocenteneiner Disciplin, welche die Vorlesungen der Professoren