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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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Gehen dieselben nicht Hand in Hand mit einheit-licher und mit gediegener Behandlung einzelner Autoren,so fuhren sie fa'st nothwendig zum litterarischen Bankrott.Und selbst wo sie mit dieser Thätigkeit gepaart sind, kannbei derartigen Publicationen nicht genug Vorsicht empfohlenwerden. Ich will dies durch ein Beispiel, und zwardurch ein recht illustres, belegen.

Welcher Philologe möchte Madwig's Adversaria criticaungedruckt wissen? Gewiss keiner. Es bedarf dies keinesBeweises; doch sei zum Ueberfluss auf die bekanntenAeusserungen von M. Hertz verwiesen, welchem GelehrtenMadwig schweres Unrecht zugefügt, und der dies in ebenso ruhiger als überzeugender Weise dargethan hat. Unddoch kann man behaupten, dass es für den Ruhm Mad-wigs, nicht für die Wissenschaft, beinah eben so vortheilhaftgewesen wäre, wenn er die Adversaria nicht publicirt hätte.Ich will selbst absehen von Cobet's Urtheil über die Behand-lung der griechischen Dichter 1 ) viel schlimmer ist,dass in der eigentlichen Domaine Madwigs, dem Latein,und zwar auch in den Dichtern, Philologen, nicht blosebenbürtige, wie Ritschi, sondern auch solche die tief unterihm stehen, Gelegenheit gefunden haben, ihm die bitterstenund leider die gerechtesten Vorwürfe zu machen, und nichtetwa bei Problemen der Kritik, sondern wegen der Un-kenntniss ganz vulgärer Sachen, z. B. allgemein bekanntermetrischer Regeln. Woher kommt dies ? Daher, dass Mad-wig, wie er ehrlich genug war einzugestehen, währendandere vorziehen es zu verschweigen, von den bezüglichenDichtern nur immer einen Theil studirt hatte, weil er sich

>) »quam vellem poetas Graecos et praesertim Atticos non tetigis-setc Var. Lect. ed. II p. 403.

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