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seiner Schüler, und er wäre der unglücklichste Stoff füreine wissenschaftliche Biographie, den man sich denkenkann. Denn ein glücklicher Conjectator ist immer auchein unglücklicher, und was das schlimmste — man kannvon ihm nichts lernen.
Ich habe zwar in der wissenschaftlichen BiographieS. 6iff. den Unterschied zwischen einem Gelehrten mitkritischer Ader und einem Kritiker ausführlich besprochen,komme aber bei der Wichtigkeit des Gegenstandes nocheinmal auf denselben zurück.
Jede wissenschaftliche Entdeckung beruht auf der Di-vination». Aber die Divination ist von doppelter Art.
Entweder nämlich betrifft sie zum Detail gehörige,oder doch aus ihrer Einheit gerissene Probleme der Wissen-schaft, ohne auf das Ganze Rücksicht zu nehmen, odersie hat zum Gegenstand ein, wenn auch kleines, einheit-liches Ganze, unter gehöriger Beachtung aller für die ein-heitliche Gestaltung dieses Ganzen in Betracht kommendenMomente, nach der Regel des Horaz:
primo ne medium, medio ne discrepet imum.
Bei dem ersten Genus der Divination nun kommt er-sichtlich weit weniger Gelehrsamkeit und Combination zurVerwendung als bei dem zweiten. — Vielmehr äussert siesich meist in einem plötzlichen Geistesblitz, von dem mansich nachher nicht Rechenschaft zu geben vermag, nichtselten ohne vorheriges Nachdenken über den Gegenstandoder auch bei ganz oberflächlicher, ja minimer Kenntnissdesselben.
Wem nun solche Geistesblitze kommen, der besitzteine kritische Ader, die um so mehr verspricht, je öfterjene sich einstellen. Es kann in ihm auch das Talent zum