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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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Sollte ich übrigens Ritschi durch mein Urtheil überseine griechischen Leistungen Unrecht gethan haben, sowird es mich freuen, wenn ein namhafter und unbefangenerGraecist mich durch Beweise eines Besseren belehrt.

Was die Urtheile des An. über meine Ansichten vonRitschl's Leistungen auf dem Gebiet des Latein betrifft, sogestatten Sie mir, Herr College, diese grösstentheils mitStillschweigen zu übergehen. Wenn Sie es für passendhalten, die Schrift eines Latinisten über einen Gelehrten,der vorwiegend Latinist war, von einem Nichtlatinisten re-censiren zu lassen, so ist das Sache Ihres Geschmacks.Aber für mich passt es nicht, dem An. Rechenschaft übermeine Ansichten auf dem Gebiet der lateinischen Philologieabzulegen. Deshalb nur ein paar Kleinigkeiten.

Der An. weiss, nach seinem Schweigen zu urthei-len, nirgend etwas Neues zu finden in meinen Urtheüenüber Ritschl's und seiner Schule Arbeiten innerhalb desLatein. Er zeigt damit nur seine Unwissenheit und An-massung. Aber gesetzt, er hätte Recht, so würde diesmeiner Schrift keineswegs zum Vorwurf gereichen. Viel-mehr war es schon dankenswerth und der Leetüre nichtunwürdig, wenn ein Gelehrter, der lange Zeit nicht ganzunrühmlich auf denselben oder ähnlichen Gebieten wieRitschi gearbeitet hatte, der ferner ebenso wenig zu Ritschl'sSchülern oder gar Satelliten, als zu seinen Feinden gehört,ein ausführliches und motivirtes Urtheil über Ritschl's undseiner Schüler gesammte Thätigkeit auf dem Gebiet desLateins dem Publicum vorlegte.

nügt, auf das in dem Vorwort der Wissenschaft! Biogr. publicirteUrtheil M. Haupts zu verweisen. Sie verhält sich eben zum Com-mentar zu Lucrez wie ihr Herausgeber zu Lachmann.