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aus den Werken die wissenschaftliche Entwickelung Ritschl'snachzuweisen.« Dieser Vorwurf zeigt wieder, wie er dieSchrift, welche er recensirt, gelesen. Für Plautus, den wich-tigsten Theil von Ritschl's Studien, ist dies doch geschehen.Im Uebrigen wäre die Forderung berechtigt, wenn Ritschieine neue Methode in der Wissenschaft begründet hätte.Solches kann aber niemand behaupten. Die Methode derPhilologie nun, wie sie von Wolf, Lachmann, Madwig u. a.zuerst im Zusammenhang klar und ausführlich dargelegt ist,wie sie aber den grossen Philologen früherer Jahrhunderte,z. B. Bentley und Ruhnken, schon deutlich vorgeschwebtund zur Richtschnur gedient hat — sie beruht im wesent-lichen auf der Socratischen professio ignorantiae, auf genauerSichtung und Feststellung der Quellen, auf der mductivenMethode der wissenschaftlichen Beweisführung und ist ingleicher Weise für die historischen als für die exacten Wis-senschaften zu verwerthen — bietet solche, in die Augenspringende Vorzüge, dass Ritschi eine sehr unkritische Naturgewesen sein müsste, wenn er nicht von Anfang ab ihreVortrefflichkeit erkannt und praktisch zu bethätigen gesuchthätte. Es kam nun nur darauf an zu zeigen, wie weit ihmdies bei der Unvollkommenheit, der wir alle unterworfensind, überall gelungen. Denn auch die grösste Kraft er-mattet zuweilen, und keinem Gelehrten ist es ferner gege-ben, in allen Gebieten des Wissens gleich gründlich und er-folgreich zu sein. Ich habe, jenen Erwägungen entsprechend,überall Lob und Tadel so vertheilt, wie es mir richtigschien.
Dann heisst es: »wir begegnen der seltsamen Be-hauptung, die grossen Kritiker seien fast sämmtlich Lati-nisten gewesen.« Der An. fälscht zunächst meine Worte.