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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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Sätzen zu schreiben unternähme, ähnlich wie es für dieältesten Dramatiker der Römer Ritschi, für die DaktylikerLachmann und ich versucht haben. Ich glaube, dass da-durch eine ziemliche Zahl noch ungelöster Probleme sicherledigen Hesse, auf andere, die man für gelöst hält, einneues Licht fallen würde.

Was der An. über Ritschl's philosophische Sympathienund Antipathien erzählt, gestehe ich, nicht gewusst zuhaben, und hätte ich es gewusst, würde es gewiss nichterwähnt sein. Die Sache ist die: wie jeder Gebildete, hatauch der Philologe in den philosophischen und religiösenFragen der Gegenwart Stellung zu nehmen. Ueber Ritschl'sAnsichten in dieser Hinsicht ist, den Zwecken einer wissen-schaftlichen Biographie entsprechend, ganz kurz berichtetS. 5, 6. Im Uebrigen aber hat die Philologie mit der Phi-losophie nichts gemein, als was alle Disciplinen mit ihrgemein haben, die strenge Befolgung der Gesetze des logi-schen Denkens. Principien und Gedanken braucht sie da-gegen, wenigstens wenn man sie so weit wie Böckh undWolf fasst, aus der Philosophie nicht zu entlehnen: sie hatder eigenen Mittel genug. Schliesslich bemerke ich, dasses ein grosses Glück für die Philologie ist, dass sie aufge-hört hat in Nachfolge vieler Philosophen a priori zu con-struiren, und vielmehr gegenwärtig die empirischen Wegeder neueren Naturforschung wandelt.

Auch über Ritschl's Beziehungen zur Poesie ist nachdem An. kein Wort in der wissenschaftlichen Biographie zufinden! Er erwähnt als Merkwürdigkeit, dass ihm Dantenie sympathisch gewesen sei gewiss von erschütternderWichtigkeit für Ritschl's Studien, zumal die Plautinischen.

Der An. tadelt, dass »nirgends ein Ansatz genommen,