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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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Ansicht über dasVerhältniss der sprach vergleichenden Wissen-schaft zu der klassischen Philologie zu vernehmen. Sie istim Epimetron gegeben.

Der An. vermisst es, dass ich kein Wort über Ritschl'sVerhältniss zur Musik, das doch bei einem Metriker sowichtig sei, gesagt habe. In Bezug auf dieses erin-nere ich mich allerdings von Ritschi selbst gehört zu ha-ben, dass er sowohl mit Neigung als mit Verständnissfür Musik begabt gewesen. Ich habe dies aber mit Still-schweigen übergangen, und zwar mit gutem Grunde. Ichbin nämlich der Ansicht, dass die Kenntniss der Musik fürdas Studium der römischen Metrik und der griechischenmit Ausnahme der dorischen und chorischen garnicht, fürdiese beiden Zweige aber nur massig in Betracht kommt.Mich leitet dabei die Annahme, dass die Alten, währendsie die Melodie der Sprache in Prosodie und Metrik zubewunderungswürdiger Vollkommenheit ausgebildet haben,im Reich der Töne es nur zu sehr mittelmässigen Leistun-gen gebracht.

Ich selbst, der ich doch, wie der An. aus Ritschl'sCollegien lernen konnte, einige Leistungen im Gebiet derMetrik hinter mir habe, gestehe, dass ich für Musik wederNeigung noch Verständniss besitze. Ich habe, weil es ein-mal so Mode ist, in meinem Leben ziemlich viel musika-lischen Aufführungen beigewohnt es hat aber alles nichtsgenützt. Ja in Bezug auf die jüngste Erscheinung, dies. g. Zukunftsmusik, bin ich sogar noch heut nicht abgeneigt,die Ansicht eines französischen Schöngeistes zu unterschrei-ben: »la musique est le plus eher et le plus de"sagre"able detous les bruits.« Sollte dies als eine mangelhafte Begabungbezeichnet werden, so habe ich nichts dagegen. Indessen,