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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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Der An. tadelt, dass ich nicht mehr als i'/a Zeilenüber Ritschl's Verhältniss zu den philologischen Studienin Leipzig gesagt habe. Offenbar hat er es auf einen Ver-gleich zwischen Ritschi und G. Curtius abgesehen. Erzeigt eben wieder, dass er keinen Begriff hat von dem We-sen einer wissenschaftlichen Biographie. Es entspricht derWürde einer solchen, die Leistungen eines Gelehrten nichtsowohl mit denen eines andern, der ja doch selbst nureinen Theil der Wissenschaft, und auch diesen, entsprechendder menschlichen Mangelhaftigkeit, nie in vollkommenerGestalt repräsentirt, sondern mit den abstracten, idealenForderungen der Wissenschaft selbst zusammenzustellen.Nur so kann dem Anfänger deutlich gezeigt werden, waser thun und was er lassen soll. Andernfalls ist der Sub-jectivität, bez. der Ungerechtigkeit Thür und Thor geöffnet.

Auch hier musste Ruhnkens Beispiel massgebend sein.

Ein specieller Vergleich übrigens zwischen Ritschi undG. Curtius wäre ziemlich ungeschickt gewesen, da Curtius,wenn auch ausgegangen von der klassischen Philologie,gegenwärtig vielmehr den Sprachvergleichern als den Philo-logen im engern Sinn des Wortes beizurechnen scheint,während andererseits Ritschi auf dem eigentlichen Gebietder Sprachvergleichung wenig oder garnicht bewandert war.Hätte ich Ritschl's gelehrte und lehrhafte Thätigkeit durchZusammenstellung mit anderen Philologen illustriren wollen,so boten sich viel glücklichere und erspriesslichere Ver-gleiche vor allen mit Lachmann.

Ich habe der Sprachvergleichung kurz gedacht bei Be-sprechung der für die philologische Interpretation der Auto-ren nothwendigen Bedingungen S. 14 der wissenschaftlichenBiographie: doch interessiert es vielleicht manchen, meine