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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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aufklärung hervorgehen.« Ich möchte fragen: wieviel solcher»Elaborate« hat er wohl gelesen? und über welche ist erdenn zu urtheilen im Stande? Bei seiner Unwissenheit imGebiet der deutschen Philologie und Pädagogik werden ihmwohl die weit schwierigeren, im Westen überhaupt wenigbekannten, russischen Verhältnisse dieser Disciplinen vollendsböhmische Dörfer sein. Uebrigens zeigt seine Bemerkung nurdie Gedankenlosigkeit, um nichts Schlimmeres zu argwöh-nen, mit der er die wissenschaftliche Biographie angesehen.Jeder, der auch nur eine Seite derselben gelesen, erkenntalsbald, dass sie weder in officiellem, noch in officiösemAuftrage geschrieben, sondern, wie alle meine Werke, einProduct der reinsten und freisten Wissenschaftlichkeit ist,aus der eigensten Initiative meines Geistes begonnen, fortge-führt, vollendet. Wozu sollte auch das Kaiserl. Ministeriumder Volksaufklärung mir speciellen Auftrag zu einer wissen-schaftlichen Arbeit gegeben haben? Ein solcher ist gradebei mir ganz unnöthig. Ich publicire auch ohnedies sovielaus meinen Vorräthen, als mir meine amtlichen und son-stigen Verpflichtungen irgend gestatten. Ueberhaupt machenes in Russland die Professoren genau so, wie ihre Collegenin der übrigen Welt: ein jeder fördert die Wissenschaftaus" freien Stücken, je nach Massgabe seines Talents,seiner freien Zeit und seines Eifers. Es giebt wohl einegewisse Art s. g. wissenschaftlicher Aufträge hier zu Lande:das ist aber nur eine Form, der man sich bedient, umGelehrten, die Arbeiten unternehmen, zu denen entwederihre Mittel oder ihre Müsse nicht ausreichen, in liberaler,nachahmungswürdiger Weise das eine oder das andere zugewähren. Dieser Fall nun kommt bei der vorliegendenSchrift ersichtlich nicht in Betracht.