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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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sie das Zeitalter des Terenz, die Einrichtung der philolo-gischen Seminarien Deutschlands oder dgl. m. nicht immerganz genau im Kopfe haben.

Der Anonymus hat ferner in meiner Schrift »eine son-derbare Bemerkung über den Einfluss des Studiums derexacten Wissenschaften auf die Erzeugung von Unsittlichkeitund Nihilismus« entdeckt. Ich sage S. 12: »hiermit istnatürlich keineswegs gesagt, dass die exacten Wissenschaf-ten, wenn sie einem gereifteren Auditorium vorgetragenwerden, der Unsittlichkeit oder dem Nihilismus Vorschubleisten.«

In Russland, wo seit Jahr und Tag, wie anderweit,über Vorzüge und Nachtheile des Klassicismus auf denGymnasien lebhaft gestritten wird, haben, wie auch wohlausserhalb Russlands geschehen, die Freunde des Klassicis-mus zuweilen den oben erwähnten Vorwurf gegen die ex-acten Wissenschaften verlauten lassen. Ich erwähne ihnbeiläufig missbilligend. Das ist das Ganze. Die exactenWissenschaften sind ebensowenig an sich unmoralisch alsirgend eine andere Disciplin. Aber freilich waltet, nachmeiner a. O. dargelegten Ansicht, ein sehr erhebliches mo-ralisches Bedenken gegen die einseitige Bildung der Jugenddurch Mathematik, Physik, Chemie, so dass selbst die Gegnerdes Klassicismus nicht ausschliesslich für jene eintreten können.Die exacten Wissenschaften bilden eben einseitig den Verstand.Der Mensch besteht aber nicht blos aus Verstand, sondernauch aus Gefühl und Phantasie. Durch diese drei Eigen-schaften werden alle Erscheinungen der Intelligenz und desCharakters bedingt. Die Schule nun soll diese Eigenschaf-ten, wie sie bei der grossen Mehrzahl der im Durchschnitts-mass begabten Jugend vorhanden sind, gleichmässig pflegen,