— 95 —
kungen über Ritschi oder die Wissenschaft, der er diente,vorzubringen.
Als Curiosum erwähne ich aber, dass der An. denSchlüssel für das Verständniss meiner Schrift darin gefun-den hat »dass sie zunächst russisch, im Journal des Minis-teriums der Volksaufklärung erschienen ist, und daher vie-les enthält, was in Deutschland trivial, zum mindesten über-flüssig und störend erscheinen muss.« — Er hat offenbarsehr unklare Vorstellungen von der Natur dieses Journals.Dasselbe ist zwar das ofticielle Organ des K. RussischenMinisteriums der Volksaufklärung; allein die officiellen Er-lasse nehmen nur einen geringen Raum ein, bei weitemder grösste Theil ist rein wissenschaftlichen Abhandlungenzur Verfügung gestellt. Durch die lebhafte Fürsorge desgegenwärtigen Ministeriums ist ferner seit einigen Jahreneine besondere Abtheilung für klassische Philologie undPädagogik eröffnet worden (in der man gelegentlich, libera-lerweise, auch auswärtiger Philologen, z. B. einzelner Schü-ler Ritschl's, Arbeiten publicirt hat), und in dieser pflegenmeine Beiträge meist zu erscheinen. Dass Bemerkungen,wie über das Zeitalter des Terenz, die Einrichtung derphilologischen Seminarien Deutschlands, nicht speciell mitBezug auf Russland eingeflossen sind, ergiebt sich für jedenDenkenden daraus, dass, wie im Vorwort bemerkt, die Deut-sche Ausgabe der Russischen gegenüber vielmehr Zusätzeals Auslassungen bietet. Einzelne für den zünftigen Philo-logen allerdings nicht nöthige Bemerkungen erklären sicheinfach so, dass ich hoffte, wie ich weiss, nicht ganz mitUnrecht, es würde auch mancher nicht zünftige Freund desklassischen Alterthums meine Schrift über Ritschi zur Handnehmen — und für diese ist es kein Verbrechen, wenn