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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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kräftigt als geschwächt hat, so dass, mochte die Veran-lassung auch eine unangenehme sein, das Resultat einsolches gewesen ist, das sowohl ihm als der Wissenschafterspriesslich war.

Alles nun was der An. vermisst, lag weit ausserhalb,und zwar unterhalb, einer wissenschaftlichen Biographie.

In der That, was hätte die Wissenschaft dabei gewon-nen, wenn ich all die Phasen des Streites zwischen Ritschiund Jahn bis zu Ritschl's Ausscheiden aus dem PreussischenStaatsdienst mit epischer Breite behandelt hätte ? Was hättesie gewonnen, wenn ich Ritschl's Verhalten gegenüber Na-poleon III. geprüft, und die anonym erschienene, aber jeden-falls von Ritschi verfasste oder doch von ihm inspirirteVertheidigung für glücklich oder auch für nichtglücklicherklärt hätte? Garnichts würde die Wissenschaft dabeigewonnen haben, die Darstellung von Ritschl's philologischerund pädagogischer Thätigkeit ebensowenig das Geringste.Mögen Andere, die dies mehr interessirt, untersuchen, wasfür eine wissenschaftliche Biographie ganz indifferent, obRitschi als Mensch durch Analyse dieser und ähnlicher Epi-soden aus seinem Leben immer und überall gewonnen hätte,oder ob abgesehen von den in meiner Biographie ange-deuteten Mängeln seines Charakters der Kampf um dasDasein, den Ritschi wie so viele ausgezeichnete Männer seitseiner Jugend eigentlich mehr oder weniger bis an seinEnde hat führen müssen, auch ihn veranlasst hat, nichtimmer liebliche Mienen aufzusetzen, wie ein dem An.vielleicht oberflächlich bekannter Philosoph, Schopenhauer,sagt. Dass mich übrigens hier, wie überall in der wissen-schaftlichen Biographie, nicht besondere Sympathie fürRitschl's Gegner oder gar das Bestreben um ihre Gunst ge-