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der Gelehrten zu sein. Freilich wird sie eben so wenigalle unwissenschaftlichen Köpfe von der Wissenschaft zu-rückschrecken können als Lessing's antiquarische Briefe denKlotzianismus zu ertödten im Stande waren. — Fast alleRegeln der philologischen Kritik, die später Wolf und Lach-mann verwerthet haben, liegen in Ruhnken's Schriftchentheils offen ausgesprochen, theils genügend angedeutet vor.Möglich, sogar wahrscheinlich, dass er die wissenschaftlichePersönlichkeit des Hemsterhuis zu einem Ideal verklärthat, das der Wirklichkeit nicht ganz entsprach; 1 ) aber diesthut dem Werth der Arbeit kaum Abbruch. Denn, ausge-gangen von einem jedenfalls ausgezeichneten Geiste, zeigtuns Ruhnken in objectiver Vollendung das Wesen unddie Erfordernisse des Kritikers, indem er vielleicht die Per-son des Gefeierten höher stellt als sie verdient, aber nirgend,wie das bei nicht wissenschaftlichen Biographien der Fallist, die höchsten Anforderungen an die Wissenschaft aufein geringeres Mass reducirt, oder durch Schönfärberei ver-kehrte Richtungen bemäntelt oder Andersdenkende ver-ketzert. —- Prüfen wir nun, wie weit Ruhnken's »elogium«mit den vorhin von mir aufgestellten Forderungen einerwissenschaftlichen Biographie im Einklang ist.
Oder auch, si parva licet componere rnagnis — hal-ten wir mit Ruhnkens elogium die Postulate des An. zu-sammen !
Der An. tadelt, dass ich persönliche ErlebnisseRitschl's, wie z. B. sein Ausscheiden aus dem PreussischenStaatsdienst, nicht ausführlich genug behandelt habe. —Ruhnken kannte gewiss seines Lehrers, Freundes und Wohl-
') Gesch. der klass. Philol. in den Niederlanden S. 81, 82.