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edelsten Stoffes der Belehrung ist geboten; denn, wie be-kannt, lernt man aus den Fehlern grosser Gelehrten häufigmehr als aus den Tugenden mittelmässiger. Und was ge-schieht nur zu oft? Man fährt fort, auf der einen Seitemit gedankenlosem Lobe, auf der andern mit kleinlicherGehässigkeit. Wie die Griechen und Trojaner um desPatroclus Leichnam, streiten sich die beiden Parteien weiter,unbekümmert um die Forderungen der Wahrheit und dieWürde der Wissenschaft. Bei diesem Drängen und Ziehenentsteht ein Zerrbild, das unmöglich zur Verschönerung desGedächtnisses an den Verstorbenen beitragen kann, un-möglich im Stande ist, dem Jünger der Wissenschaft zuzeigen, was er thun und was er lassen soll.
Die Zahl nun der fast garnicht oder nur zur Hälftewissenschaftlichen Biographien ist Legion: die rein wissen-schaftlichen kann man beinah an den Fingern abzählen.
Ferner wird es nicht befremden, dass diese stets vonbeschränktem Umfang sind, jene dagegen meist ellenlang.Denn zu Phrasen gehören nur Worte: zu wissenschaftlichenDeductionen Gedanken.
Ein unübertreffliches Meisterwerk nun der wissenschaft-lichen Biographie, nach Inhalt und mit einigen Ausnahmenauch nach Form, ist Ruhnkens »elogium Hemsterhusii,«dessen Leetüre zumal dem jüngeren Geschlecht, soweitdasselbe der Belehrung überhaupt zugänglich ist, nicht ge-nug empfohlen werden kann. Man darf dreist sagen, dassdiese Schrift nicht minder Ruhm und Verbreitung erlangthaben würde als Lessing's antiquarische Briefe, wenn sienicht unglücklicher Weise lateinisch geschrieben wäre, unddas Latein nicht seit Ruhnken's Zeit zum grossen Schadenfür die Wissenschaft immer mehr aufgehört hätte, die Sprache