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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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bezeichneten, sich am eigenartigsten und schärfsten beiden Schülern der Bonner Periode ausprägte. In Leipzigfloss der Strom seiner Schüler zeitweilig noch breiter, "aberauch flacher, ausserdem nicht selten getrübt durch fremd-artige Einflüsse.

Aus der Bonner Zeit stammt auch, um dies beiläufigzu sagen, sein Verdienst um Heranbildung tüchtiger, mitSachkenntniss und Liebe zum Beruf erfüllter Bibliothekare,wozu ihm seine Stellung als Vorsteher der Bonner Univer-sitätsbibliothek Anlass gab. Seitdem* hat sich, hauptsäch-lich durch die unablässigen Bemühungen eines seiner ge-diegensten Schüler, immer mehr in Deutschland die Ueber-zeugung Bahn gebrochen, dass die Kenntniss des biblio-thekarischen Berufes nicht möglich sei ohne genaues Stu-dium der Bibliographie und der zahllosen praktischen Hand-griffe, welche die Verwaltung und Verwerthung so umfang-reicher und wichtiger Institute, wie die Universitäts-Biblio-theken sind, erfordert, mit anderen Worten, dass nur solchezu Bibliothekaren geeignet sind, die sich speciell zu diesemAmte vorbereitet haben, dass ferner die oberste Leitungjener Anstalten immer eine ganze Kraft erfordert, sie alsonicht als Appendix anderer Aemter oder gar als Sinecurevergeben werden darf. Entsprechend dieser richtigem Er-kenntniss hat man dann auch die Besoldung und dieganze äussere Stellung der Bibliothekare erheblich verbes-sert, da früher die meisten dieser Herren bei sehr knappemGehalt und theilweise mit ziemlich wunderlichen Titulaturenein precäres Dasein fristeten.

Am Schluss dieser Schrift gedenke ich noch dernäheren Beziehungen, in die Ritschi während der letztenJahre seines Lebens zu Russland trat.