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für Gymnasien. Schon der Umstand, dass anerkanntePädagogen Deutschlands mit Vorliebe Schüler Ritschl's zuLehrern an ihren Gymnasien suchten, könnte jene Ansichtwiderlegen. Aber auch der Theorie nach ist sie nichtbegründet. Denn, wie Professor Pomjalowsky vortrefflichsagt, Ritschi zeigte bei seiner Erklärung der alten Autorenund seiner Beschäftigung mit den Seminaristen sich als einensolchen Meister in der Interpretation und Pädagogik, dassdie künftigen Gymnasiallehrer sich eigentlich nur seine Kunsteigen zu machen hatten, um später in ihrem Amte dieAutoren des Alterthums zweckdienlich und erfolgreich mitihren Schülern behandeln zu können. Und dies ist dochdie Hauptaufgabe eines jeden Lehrers der klassischenSprachen auf Gymnasien. So ist es denn nicht zu ver-wundern, wenn unter Ritschl's Schülern neben einer MengeUniversitätsprofessoren eine ansehnliche Anzahl tüchtigerLehrer und Directoren von Gymnasien figurirt. Auchhaben sich manche durch gediegene Schulbücher einenNamen gemacht.
Als ein schönes Denkmal der Pietät seiner Schüler,das ebenso seiner wissenschaftlichen und pädagogischenBedeutung als seiner Persönlichkeit galt, erwähne ich schliess-lich hier die umfangreiche »symbola philologorum Bonnen-sium«, eine Sammlung philologischer Arbeiten verschieden-sten Stoffes, die zur Feier seiner 25 jährigen Lehrtätig-keit in Bonn 1864 begonnen und 1867 zum Abschlussgebracht worden ist.
Es lässt sich nicht verkennen, dass der blühendsteTheil von Ritschl's pädagogischem Wirken in die Zeitseiner Bonner Professur fällt, dass dasjenige, was diePhilologen bald lobend, bald tadelnd als »Schule Ritschl's«