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Bezug auf jene hat volle Wahrheit der Spruch des jüngerenPlinius, man müsse multum, nicht multa lesen. Da-gegen für die Disputationen und die schriftlichen Arbeitender Studenten stand die Wahl des Stoffes in jedes Ein-zelnen Belieben. Wenn nun, wie unleugbar der Fall ist,viele Schüler Ritschl's ungenügende Belesenheit in denklassischen Autoren oder geringe Kenntnisse in den Realiengezeigt haben, so liegt dies lediglich daran, dass sie theilsauf der Universität, besonders in den ersten Semestern,wo sie noch nicht an Ritschl's Seminar participirten, theilsspäter, als sie die Universität verlassen, ihre Kenntnissenicht in wünschenswerther Weise ergänzt haben.
Gewichtiger ist ein anderer Vorwurf, des Inhalts, dassin Ritschl's Schule die jungen Leute zu früh zur Pro-duktion angeregt seien, dass sie, statt die gesichertenResultate anerkannter Gelehrten in sich aufzunehmen, zurasch darauf erpicht gewesen seien, selbst Neues zu finden,dass sie oft in sehr jungen Jahren sich auf die Bearbeitungeines Autors oder gar, wenn dieser zu umfangreich, einesBuches concentrirt hätten, ohne sich weiter viel um dieübrige Philologie zu kümmern, und so notwendigerweiseeinseitig und beschränkt geworden seien. Dass dies nichtselten der Fall gewesen, lässt sich unmöglich leugnen.Allein ich glaube, dass man das Urtheil meines CollegenPomjalowsky unterschreiben muss, der S. 59 seines obenin der Anmerkung citirten Aufsatzes Ritschi nur in soweitSchuld giebt, dass er meint, dieser sei nicht immer vor-schnellen oder einseitigen Produktionen mit der nöthigenEnergie entgegengetreten.
Dieser Tadel gilt besonders für die 6 Bände „actasocietatis philologae Lipsiensis - ', in denen Ritschi von