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Natürlich kann auch die beste Methode nur beitalentvollen Schülern Früchte tragen, ebenso wie dieKennt-niss aller Gesetze der Logik unfruchtbar bleibt, wenn derKopf nicht zum logischen Denken befähigt ist. Nun be-sass aber Ritschi die Gabe, mochte auch zuweilen einIrrthum unterlaufen, bei seinen Schülern die besonderenTalente und Neigungen jedes Einzelnen zu entdecken undanzuregen, Jeden auf ein für ihn besonders geeignetes Feldwissenschaftlicher Thätigkeit hinzuführen, die Trägen an-zuspornen. Zur Förderung dieses Zweckes dienten ihmauch die Preisaufgaben, welche nach dem usus derpreussischen Universitäten in Bonn jährlich gestellt wurden.Durch solche ist z. B. von ihm angeregt die gründlicheUntersuchung der Fragmente der XII Tafeln und desEnnius, die kritische Behandlung der Rheinischen Inschriften,der Prologe des Terenz und Plautus, der grammatischenArbeiten des Kaisers Claudius und manches andere.
Begreiflich überwog bei allen diesen Uebungen dasLateinische, und Ritschl's Einfluss zeigte sich am vortheil-haftesten auf den Gebieten, die ihm besonders eigen waren.Doch boten die eben geschilderten Vorzüge seiner päda-gogischen Methode Jüngern Philologen die Möglichkeitauch in anderen Theilen der Wissenschaft mit Glück zuarbeiten. Auch zählt Ritschi unter seinen Schülern manchentüchtigen Gräcisten. Selbst unter den Sprachvergleichernsind Schleicher und Curtius von Ritschl's Schule aus-gegangen. Endlich haben sich mehrere Ritschelianer er-folgreich mit Fragen der realen Philologie beschäftigt.Dass gleichwohl sich seine Schüler meist am glücklichstenauf den von Ritschi selbst cultivirten oder ihnen vonRitschi angewiesenen Gebieten bewegten, erklärt sich leicht