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verderbte Plautinische Text oft Gewaltsamkeiten der Kritikrechtfertigt oder doch entschuldigt, die bei andern weitweniger verderbten Autoren, z. B. Virgil oder Horaz oderJuvenal, nicht zu dulden sind. Um so wohlthätiger warRitschl's Einfluss in Bezug auf die methodische Feststellungvon Verderbnissen, sowie auf Exegese, grammatische,metrische und literarhistorische Untersuchungen. Mit Rechtrühmt desshalb der Verfasser der Schrift „Das philo-logische Studium in Bonn", obwohl er mehr auf Jahn'sSeite steht, die eminente pädagogische Befähigung, diewunderbare Lehrgabe Ritschl's, durch die es ihm gelang,die allgemeinen Gesetze gesunden Denkens in der An-wendung auf grammatische und kritische Fragen den philo-logischen Anfängern deutlich zu machen, durch unerbittlicheStrenge gegen jede Halbheit im Denken und ForschenFleiss und Scharfsinn anzustacheln und den Studenten zuzwingen jeder Frage auf den Grund zu gehen und nichteher zu ruhen als bis jeder lösbare Zweifel gelöst war.Denn Ritschl's Grundsatz und Lieblingsspruch war der Versdes römischen Dichters: „nil tarn difficile est, quin quae-rendo investigari possiet". Die Schärfe des Urtheils, dieHerrschaft über die Sprache, die Lebendigkeit des Geistes,ferner die Gabe auf die Gedanken eines Anderen ein-zugehen, sie zur Klarheit zu bringen und auf den richtigenWeg zu leiten, zogen immer von Neuem strebsame Philo-logen, ja selbst gelegentlich Studirende anderer Facultäten,zu Ritschl's seminaristischen Uebungen hin. Seine Methodebei Behandlung wissenschaftlicher Fragen war, wie einerseiner Schüler vortrefflich bemerkt, im Wesentlichen die-selbe, wie wir sie bei den feinsten Denkern des Alterthums,Aristoteles, Plato, Horatius finden.