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sich, dass Zeitschriften nicht so streng in der Wahl desdargebotenen Stoffes sein können, als der einzelne Gelehrtesein muss, wenn er seine zerstreuten Schriften sammelt.Jenen beiden Tugenden nun verdankt es das RheinischeMuseum, dass es bis zur Stunde als das erste philologischeJournal Deutschlands dasteht.
Ich schliesse hiermit die Betrachtungen über Ritschl'swissenschaftliche Arbeiten und wende mich zu dem letztenTheil meiner Aufgabe, der Schilderung seiner pädagogischenThätigkeit.*)
Um eine Schule zu gründen sind zwei Dinge nöthig, be-deutende, allgemein anerkannte wissenschaftliche Leistungen— da nur diese die nöthige Autorität gegenüber dem häufigsehr früh hervortretenden Scepticismus der Studenten zuverschaffen im Stande sind — und pädagogisches Talent.Wir haben gesehen, dass die erste Bedingung bei Ritschireichlich erfüllt war; betrachten wir jetzt, wie es mit derzweiten stand.
Zunächst ist an Ritschi hervorzuheben eine ausge-zeichnete Gabe des mündlichen Vortrags. Seine Vor-lesungen waren klar ohne trivial, interessant ohne ober-flächlich, belehrend ohne langweilig zu sein. In Bezug
. *) Ritschl's pädagogische Methode ist oft genug von Freundenund Feinden besprochen worden. Als die oben erwähnten Streitig-keiten zwischen ihm und Jahn sich abspielten, erschienen mehrereBrochuren, welche die Lehrthätigkeit der beiden Gegner im Interessedes Einen oder des Anderen kritisirten, nämlich von W. Brambach:„Das Ende der Bonner Philologenschule" und „Friedrich Ritschiund die Philologie in Bonn" und zwischen beiden von einemAnonymus „Das philologische Studium in Bonn". Ich folge durch-weg meinen eigenen Informationen und Anschauungen.