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allen seinen Schülern sagen. Ueberhaupt hat die Kunstdes lateinischen Stiles während des letzten Jahrzehnts inDeutschland sehr bedauernswerthe Rückschritte gemacht,hauptsächlich wohl durch Schuld der Berliner, einseitig aufRömische Inschriften und Alterthümer gerichteten Schule,und habe ich oft darüber Klagen einsichtiger Pädagogengehört, die mit Recht von dieser Nachlässigkeit Schadenfür die Jugendbildung befürchteten.
Beinah lächerlich fürchtete ich zu scheinen, den augen-blicklichen Stimmführern gegenüber, durch Empfehlungeiner, natürlich verständigen und massvollen, Wiederauf-nahme der gegenwärtig fast überall auf den Gymnasiendarniederliegenden Lateinischen Versification, die demkünftigen Latinisten fast unerlässlich, allen Schülern aberzum leichteren und tieferen Verständniss antiker Spracheund Poesie recht fördersam ist, wenn ich nicht in einerBiographie Ritschl's diesen Rath ertheilte. Nun aber kannich mich auf seine gewichtige Autorität berufen (op. philol.II, 677, 8).
Bevor ich mich zu Ritschl's pädagogischer Thätigkeitwende, gedenke ich noch seiner Verdienste als Heraus-geber des Rheinischen Museum für Philologie, das er seit1842 mit Welcker, gelegentlich im Verbände mit einzelnenSchülern, redigirte. Sein besonderes Augenmerk hierbeiwar, wie er mir sagte, gerichtet auf möglichste Mannig-faltigkeit des Inhalts, hinsichtlich dessen er den Vers citirte:wer Vieles bringt, wird Manchem etwas bringen. Des-halb wurde auch solchen Ansichten, die Ritschi persönlichnicht sympathisch waren, in liberaler Weise Spielraum ge-währt. Dass übrigens auf möglichste Gediegenheit gesehenwurde, braucht nicht bemerkt zu werden: nur versteht es
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