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Russische eifrig zu Studiren, indem er hinzufügte, dassman mit jeder neuen Sprache zugleich einen neuen Ideen-kreis gewinne.
Bedarf es noch der Erwähnung, dass ein solcherMann, auch wo er sich mit Fragen der realen Philologiebeschäftigte, meist mit Glück oder Geschick operirte? DieBedingungen zu erfolgreicher Forschung auf dem Ge-biet der realen Philologie sind doch ganz dieselben wieauf dem der formalen: scharf logisches Denken, genaueSprachkenntniss, gründliches Studium und methodischeKlassifikation der Quellen, endlich die induktive Methode,die nicht aus vorgefassten Meinungen ein ganzes Systemconstruirt, sondern durch genaue Feststellung der einzelnenProbleme allmälig ein harmonisches Bild der Gesammtheiteiner Disciplin oder eines bestimmten Theiles derselbenzu erlangen strebt.
Dass Ritschi auch gelegentlich Fragen der Archäologiebearbeitete, ward schon oben erwähnt. Bekannt ist seinAusspruch: sine philologiae luce caecutire archaeologiam,d. h. dass ohne genaues, von gründlicher Sprachkenntnissunterstütztes Studium der alten Schriftsteller alle Forschungenüber die Kunst der Alten eitel seien. Man weiss, um nurein Beispiel, aber ein glänzendes, für die Wahrheit jenesdictum anzuführen, welchen Antheil an der Reconstructiondes einen Parthenon-Giebels, die wir dem ingenium einesberühmten Archaeologen dieser Stadt verdanken, die philo-logisch mustergültige Behandlung einiger Verse aus demsechsten Buch von Ovid's Metamorphosen hat.
Ritschl's Arbeiten sind theils deutsch abgefasst, theilslateinisch, und er behandelte beide Sprachen mit gleicherSicherheit und Eleganz. Leider kann man dies nicht von