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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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Anzahl rühmlicher Ausnahmen, die gleich breite über diehomerische Frage. Ich möchte rathen, einstweilen, wenig-stens bis der vollständige kritische Apparat zu Plautusvon Prof. Studemund sowie die neue Ausgabe des Noniusvorliegen, den Plautus in Ruhe zu lassen.

Bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dass noch manchesfür Plautinische Grammatik und Metrik aus den spät-lateinischen Autoren zu gewinnen ist. Denn das nach-klassische Latein, zu welchem den Uebergang machte dasplebejische Latein der Provinzialen und im 2. Jahrhundertn. Chr. die archaisirende Periode der Frontonianer, hatsehr viel Verwandtschaft mit dem vorklassischen. Es liegenaber die Autoren der letzten Periode der römischenLiteratur bekanntlich sehr vernachlässigt, und ihr Gebietist noch fast gänzlich terra incognita. Eine gründlicheBeschäftigung mit ihnen, für die soviel altes und treffilicheshandschriftliches Material vorhanden, würde der Philologiemehr nützen als das ewige Aufrühren von Fragen, derenauch nur annähernd richtige Beantwortung zur Zeit oft-mals noch gar nicht möglich ist.

Bevor ich von Ritschl's Plautinischen Studien unddem was sich daran knüpfte, Abschied nehme, sprecheich den Wunsch aus, dass von einem einsichtigen Schülerdes Verstorbenen seine Vorlesungen über lateinischeGrammatik möglichst bald herausgegeben werden, ehedie guten Handschriften verschwinden oder gar literari-schen Piraten in die Hände fallen. Nach allem was mirdaraus bekannt ist, werden sie der Wissenschaft höchstförderlich sein.

Auch ausserhalb des Gebietes der archaischen Lati-nität hat sich Ritschi oft, und häufig mit Glück, noch