Druckschrift 
Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47

gesagt, dem ,,d paragogicum" wenig oder gar keinenAnhalt gewährt). Lässt sich doch aus dem Plautus, wieHerr C. F. W. Müller bemerkt, sogar die Verlängerungder ersten Silbe inhomo" durch eine stattliche MengeBeispiele demonstriren.

Wie in kritischer und in metrischer Hinsicht, wirdsich auch in grammatischer der Text des Plautus nie zumAbschluss bringen lassen, und der Mann, der am meistenfür Plautus geleistet, hat auch am klarsten, noch zuletztin den plautinischen Excursen, die grossen Schwierigkeiten,die sich einer Reconstruction der Plautinischen Komödienentgegenstellen, dargelegt. Insofern aber, als Ritschitheils selbst Bewunderungswürdiges geleistet, theils Anderndie Wege gezeigt hat, auf denen sie in der Erkenntniss .des Plautus fortschreiten sollen, kann er mit Recht dersospitator Plauti" genannt werden.

Freilich wird grade auf dem Gebiet der archaischenLatinität der Spruchdies diem docet", den Ritschi beiseinen Plautinischen Studien so oft bestätigt gefunden unddessen Wahrheit er selbst freimüthig anerkannt hat, seinRecht behalten, und noch viele Zeit wird vergehen, ehewir auf dem eben bezeichneten Felde zu relativer Sicher-heit gelangen werden: denn zu absoluter zu dringen er-scheint oft unmöglich.

Zu bedauern ist es, dass, angeregt durch Ritschl'sgrossartiges Beispiel, die Schriftstellerei der Philologensich in ähnlicher Weise auf Plautus geworfen hat, als aufLucretius seit der Ausgabe Lachmanns und in neuesterZeit auf Lucilius. Ritschi selbst beklagte dies. Dadurchist die Literatur für Plautus fast unübersehbar und,grösstentheils, so ungeniessbar geworden, wie mit einer