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dem 17. Jahrhundert ziemlich unbeachtet geblieben waren.Und doch giebt es kaum ein Gebiet der lateinischenSprachforschung, wo soviel altes und treffliches hand-schriftliches Material zu Gebote stände als hier. Wieman mit Glossarien umgehen müsse, zeigte Ritschi in dermustergültigen kleinen Abhandlung über ein plautinischesGlossarium. Seit dieser Zeit haben Schüler von ihm mitErfolg einzelne Gebiete der Glossographie behandelt, resp.einzelne werthvolle Glossarien bekannt gemacht und ver-werthet. Was dringend zu wünschen bleibt, ist die Aus-gabe eines „ corpus glosarum Latinarum", gestützt aufdie reichen Schätze der Pariser, Leydener, Römischer undanderer Bibliotheken, freilich ein Riesenwerk, dem dieKraft, vielleicht auch die Geduld eines einzelnen schwer-lich gewachsen ist. Jedenfalls gehört dazu ein völligreifer Gelehrter, der einerseits in der römischen Literaturgehörig bewandert ist, um wirkliche Beziehungen auf die-selbe von scheinbaren zu unterscheiden, andererseits derAufgabe gewachsen ist, soweit dies möglich, die Restewirklich vorklassischer Latinität von den häufig nur zuähnlichen des vulgären oder provinzialen und des späte-sten Latein abzusondern.
Auch auf die Reste der antiken Stenographie, dies. g. notae Tironianae, lenkte Ritschi zuerst wieder dieAufmerksamkeit der Philologen, indem er zugleich aufihre Wichtigkeit in sprachlicher Hinsicht, zumal auch inBeziehung auf das vorklassische Latein hinwies. Es istbekannt, dass einer seiner besten Schüler seit längererZeit unablässig an Sammlung und Neugestaltung der viel-fach zerstreuten handschriftlichen Reste der notae Tiro-nianae arbeitet.