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desto wichtiger für die. Orthographie seit der Kaiserzeit,schon weil sie einen weit reicheren und mannigfaltigemSprachschatz bieten als die Inschriften (von denen nochdazu viele zweifelhaft), und ersichtlich meistenteils nachden orthographischen Grundsätzen tüchtiger Grammatikerabgefasst sind, (während die Inschriften sehr häufig vonungebildeten Verfassern herrühren). Das im späterenAlterthum herrschende System der lateinischen Ortho-graphie beruht im Wesentlichen auf den Bemühungen derGelehrten im I. Jahrhundert n. Chr., und dieses Systemhaben auch wir zu befolgen. Nur ist es räthlicli, die sogewonnenen Resultate der Wissenschaft langsam, zunächstnur wo sie vollkommen sicher sind, in die Praxis desSchulgebrauchs überzuführen. Uebrigens .stimmen dieZeugnisse der ältesten und besten Handschriften und derächten und zugleich sorgfältig gemeisselten Inschriftenmeist genau überein.
Dass wir im Stande sind, die römische.Orthographiefast bis zur Zeit des Cicero, Virgil und Horaz genau zucontroliren, und sie von dem Stadium der grössten Blüthedes Latein bis zur Entartung der Sprache ohne Unter-brechung zu verfolgen, verleiht diesen Studien einen eigen-thümlichen Reiz, dessen die Beschäftigung mit griechischerOrthographie entbehrt.
Unermüdlich in seinen Bestrebungen das Gebiet derlateinischen Grammatik zu bereichern und zu erweitern,lenkte Ritschi ferner wieder die Aufmerksamkeit der ge-lehrten Welt auf die lateinischen Glossarien, deren Wich-tigkeit für Erkenntniss des Latein, zumal des alten, ge-legentlich auch für die Kritik der Texte schon früherePhilologen, z. B. Ruhnken geahnt hatten, die aber seit