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liehen auf den Druckwerken des 15. oder 16. Jahrhunderts,welche meist nach jungen, nachlässig geschriebenen Codiceshergestellt waren. Als sich seit dem 17. Jahrhundertgrösseres Interesse für Orthographie einstellte, auch dieCollationen von Handschriften genauer wurden, äussertendie so gefundenen Resultate doch wenig oder keinenEinfluss auf die gangbaren Ausgaben der Klassiker.Zwar fehlte es seit dem Wiederaufblühen der klassischenStudien zu keiner Zeit an Männern, welche über dieFehlerhaftigkeit der vulgären Orthographie im Klarenwaren, allein erst in unserm Jahrhundert, und zwar seitden letzten 30 Jahren, begann man ernstlich, zuerst ingelehrten Ausgaben, später auch in populären, dieselbezu reformiren. In diesem Bestreben vereinten sich Ritschiund Lachmann. Beide stimmten überein in der Erkennt-niss, dass die Zeugnisse der alten Grammatiker für dieHerstellung einer verständigen Orthographie von grossemWerthe seien. Im Uebrigen aber [differirten sie in derWeise, dass Lachmann hauptsächlich Gewicht legte aufdie Zeugnisse der ältesten Handschriften (wobei er will-kürlich einige auswählte, andere vernachlässigte), währendRitschi vornehmlich auf die zuverlässigsten Inschriften dieReform der Orthographie basiren wollte. Die Wahrheitliegt hier wirklich in der Mitte: wir können zu dem be-sagten Ziele weder der Handschriften noch der Inschriftenentbehren. Wenn die Inschriften für die älteste Zeit desLatein (bis auf Cäsars und Ciceros Tod) wichtiger sind,weil uns für diese Epoche die Handschriften und dieZeugnisse der Grammatiker vielfach im Stich lassen, sosind die Handschriften, d. h. die ältesten und besten,(die ältesten steigen etwa bis ins 4. Jahrhundert hinauf)