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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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lassen, sind zwei. Das eine besteht darin, dass am Endeeiner metrischen Reihe, wie sie durch Versschluss oderCäsur gebildet wird, genau der Rhythmus hervorgebrachtwerden muss, welchen der Fuss oder die Füsse am Schlussdieser metrischen Reihe erfordern, mag es ein jambischeroder trochaischer, anapästischer oder daktylischer, respec-tive logaödischer sein. Für Erzeugung dieses Rhythmus giltals erste Regel, dass kein Monosyllabum am Ende der metri-schen Reihe stehen darf, falls ein mehr als einsylbiges (nichtpyrrhichisches) Wort vorangeht, ausser wenn die beiden letz-ten Worte durch genau bestimmte, wenig zahlreiche Fälleder Enklisis oder Proklisis verbunden sind. Ausführlicherist die Sache dargelegt d. r. m. S. 207209. Das zweiteGesetz bestimmt, dass, wo statt des ursprünglichen Fusses,sei es durch Auflösung der Arsis oder Thesis oder durchZusammenziehung der Thesis oder durch welche Freiheitimmer Veränderungen eintreten, gewisse rhythmische Gesetzebeobachtet werden, welche jene Licenzen motiviren undgleichsam entschuldigen. Man wird das eben Gesagteleicht verstehen, wenn man das vergleicht, was ich im2. Buch meiner Metrik S. 151158 über die Auflösung derArsen und den Gebrauch des Anapästes in den jambischenVersen der Daktyliker sage.

Der Sachverhalt ist also dieser, dass nicht im min-desten der grammatische Accent eines Wortes, sondern einzigsein Umfang an Sylben für die rhythmische Gestaltungeines Verses in Betracht kommt.

Zuweilen haben ferner, wie schon oben bemerkt, dieGesetze der Rhetorik auf den Rhythmus des Verses ein-gewirkt; auch andere Umstände, zumal der Gebrauch dernomina propria. Man sehe d. r. m. S. 131136. Doch