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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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Ennius in allen daktylischen eine so colossale Revolutionder bisherigen rhythmischen Gesetze des Latein vor-genommen hätten, als Ritschi meint, ohne dass das Rö-mische Publikum revoltirt hätte und ohne dass darüberbei den alten Grammatikern auch nur das Geringste ver-lautete. Und doch haben eben diese die verhältnissmässigviel geringfügigeren podischen Abweichungen der alt-lateinischen Jamben und Trochäen von den griechischenoft behandelt.

Auch die gleichfalls an ein Vorurtheil Bentley's sichanschliessende Ansicht Ritschl's (proleg. Trin. S. 250 fgdd.),dass Worte, die den logischen Accent hätten, wie ersich ausdrückt (richtiger hätte er gesagt: solche, die rhe-torisch hervorgehoben werden), bei Plautus in der Arsiszu stehen pflegen, und weder in der Thesis sich versteckennoch durch Elisionen verschluckt werden, hat mit RechtWiderspruch hervorgerufen, und ist völlig unhaltbar. Manmuss hunderte, sonst völlig tadelloser Verse im Plautusändern, wenn man jenes Gesetz durchführen will, und manbegreift dasselbe nicht, da der grammatische Accent desLatein auf die logische Substanz der einzelnen Sylben sowenig Rücksicht nimmt.

Wenn ich so den Principien, von denen Ritschi beiBehandlung der Rhythmik des Plautus ausging, entschiedenwidersprechen musste, so befinde ich mich dagegen inBezug auf die rhythmischen Beobachtungen, welche dieProlegomena Trinummi enthalten, fast durchweg im Ein-klang, nur erkläre ich dieselben ganz anders.

Der Hauptgesetze der antiken Rhythmik, durch welchesich nach meiner Ansicht fast alle rhythmischen Erschei-nungen der griechischen wie der römischen Poesie erklären