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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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zu lassen, sondern den poetischen vielmehr möglichst inGegensatz zu diesem zu bringen, grade wie sich wenigstensdie Dichter höherer Kunstgattungen bei allen Völkernstets bemühen, ihre Sprache von der des gewöhnlichenLebens möglichst verschieden zu gestalten. Doch es be-darf nicht einmal dieses Vergleiches: schon das Beispielder römischen Satiriker, die doch, wie sie selbst bekannten,ihre Sprache der Prosa möglichst näherten, beweist un-widerleglich, wie wenig die Römischen Daktyliker min-destens auf den grammatischen Acccnt Rücksicht nahmen.Freilich gibt dies auch Ritschi (im Gegensatz zu Bentley)für diese Dichter zu, trotzdem dass am Ende der dakty-lischen Hexameter von Virgil und Ovid sich eine ganzähnliche Uebereinstimmung des poetischen Rhythmus unddes grammatischen Accentes zeigt, wie in der Mitte derJamben und Trochäen des Plautus und Terenz. Nunsind aber die rhythmischen Gesetze des römischen Hexa-meters genau dieselben als die des griechischen; nur dassdie Griechen, theils weil sie überhaupt die Metrik (wiesogar die Prosodie) freier behandelten als die Römerdeshalb sagt Martial von ihnen quibus est nihil ne-gatum, theils genöthigt oder doch verlockt durchsprachliche und prosodische Eigenheiten ihrer Sprache,theils wegen des Beispiels, welches die von ihnen aber-gläubisch verehrten Homerischen Gedichte boten, dieRhythmen des Hexameters wenigstens was den Ausgangbetrifft (der auch im Lateinischen etwas minder strengbehandelt wird) weit freier gestalteten als die Römer.Es ist ja aber eine bekannte Thatsache, dass die Rö-mischen Daktyliker überhaupt alle Gesetze der metra, diesie von den Griechen übernahmen, weit strenger und conse-