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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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lateinischen Sprache" (IL 948 fgdd. d. 2. Ausg.) eineausführliche Darstellung der Ansichten neuerer Gelehrtenseit Bentley über die in Rede stehende Frage und zugleichdie Widerlegung der Annahme dieses und seiner Anhänger,zwar nicht ohne einige Aufstellungen, die zum Widerspruchreizen könnten, aber übrigens so vortrefflich und gründ-lich, dass jene Ansicht, die Ritschi allerdings bis zu seinemLebensende festgehalten zu haben scheint (man vergl. dar-über z. B. noch seine Aeusserungen in der praefatio des2. Bandes der opuscula, S. XI) als abgethan betrachtetwerden kann.

Für die Scansion Griechischer und Römischer Versekommt einzig die Quantität der Silben, also Länge undKürze in Betracht, und die Lehrer thun ganz recht, die,was Bentley verspottete, in den Gymnasien ihre Schülerlesen lassen:

ärma virümque cano, Troiae qui primus ab oris;(iijviv dtiös, -9-, ntjXrjiadsui 'A%tXrjog.

Will man neben dem poetischen Rhythmus noch dengrammatischen Accent hören lassen oder gar diesen ohnejenen, so verliert man einfach das Metrum. Die AnsichtBentley's und seiner Anhänger beruht auf der mangel-haften Fähigkeit, sich aus den modernen Sprachen aufein grammatisch, metrisch und syntactisch durchaus ver-schiedenes Sprachgebiet zu versetzen. Auch grosse Männerhaben ihre Beschränktheit.

Ich verweile auch bei der Sache nur, weil ich im Gegen-satz zu allen mir bekannten Gegnern Ritschl's S. 206 meinerMetrik behaupte, das erste Gesetz der Metrik aller altenDichter, der Griechischen wie der Römischen, sei dies ge-wesen, nicht bloss den grammatischen Accent unbeachtet

F. Ritschi, v. h. Mueller. ,