Print 
Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Place and Date of Creation
Page
31
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

31

Ich gehe jetzt zu Ritschl's Leistungen für die Plauti-nische Metrik über. Bekanntlich hat die ersten Grund-lagen zu einem richtigen Verständniss der Metrik desPlautus und Terenz gelegt Bentley in seinemschediasmametrorum Terentianorum". Aber seine Behauptungenfanden wenig Beifall (in der Regel das Loos genialer Ent-deckungen) bei den Zeitgenossen, ja anfänglich der Nach-welt. Erst Hermann, wie schon oben bemerkt, wies nach-drücklich und erfolgreich auf Bentley hin. Seinem Beispielfolgend versuchte Ritschi, nach langjährigen Studien undgestützt auf reichen handschriftlichen Apparat, in den pro-legomena Trinummi ein einigermassen vollständiges Systemder Plautinischen Metrik herzustellen.

Es ist mir ganz unmöglich an dieser Stelle Ritschl'sLeistungen auf diesem Gebiete so ausführlich als ich wünschtezu kritisiren. Eine genauere Behandlung dieses Themaswürde ein eigenes Buch erfordern, und zudem, wie somanche Probleme der Plautinischen Kritik, insofern desFundaments entbehren, als wir zur Stunde nur für einenTheil der Plautinischen Komödien die Ueberlieferung derbesten Handschriften hinlänglich, wenn auch nirgend ganzvollständig, kennen. Daher begnüge ich mich mit folgendenBemerkungen:

Was Ritschi über die Gesetze der Position, der Syni-zesis, der Verkürzung langer Endsylben, über den Hiatus,über podische Eigenthümlichkeiten und Cäsuren bei Plautussagt, scheint mir grösstentheils zu unterschreiben oder dochim höchsten Grade fruchtbringend als Grundlage für wei-tere Untersuchung desselben Gegenstandes. Das vonLachmann zu Lucrez pg. 412 mit Recht gerügte Principder Ecthlipse in Wörtern wie sine, dolo, malo, und