— 3° —
wiedergegeben hat, nämlich Titus Maccius, während erfrüher durchweg Marcus Accius genannt wurde, haupt-sächlich durch Verwechselung mit dem berühmten Tragi-ker Lucius Accius; denn die Zeugnisse des Alterthumsbieten für den falschen Namen fast keine Gewähr. Natür-lich schrieb Plautus selbst seinen Namen mit einem c, dadie Römer erst seit Ennius Zeit die Consonanten zu ver-doppeln anfingen; und zwar war das a in Macius kurz,wie ich vor mehreren Jahreu unter Ritschl's Zustimmungin den philologischen Jahrbüchern dargethan habe. Die-selbe Bemerkung hatte ganz um die gleiche Zeit auchein Schüler Ritschl's gemacht.
Doch auch alle übrigen literarhistorischen Abhand-lungen Ritschl's verdienen unbedingtes Lob, mag man nundie sorgsame Beschaffung des Materials oder die kritischeMethode oder den Scharfsinn und das feine Gefühl beiBehandlung der oft äusserst schwierigen und dunklenProbleme betrachten. Aufsätze wie: de aetate Plauti,über die fabulae Varronianae des Plautus, über die Plau-tinischen Didaskalien, de veteribus Plauti interpretibus,können für alle Zeiten als Muster ähnlicher Untersuchungengelten. Durch Ritschi sind wir zuerst über die Geschichtedes altlateinischen Drama's aufgeklärt worden. UnerwarteteAufschlüsse für die römische Literaturgeschichte gabseine vielbenutzte Abhandlung über die Schrift des Sue-tonius de viris illustribus und deren Benutzung währenddes Alterthums. Von ähnlichen Arbeiten, die nicht vonPlautus ausgingen, nenne ich die epochemachende über dieSchriftstellerei des Varro und den lichtvollen Kommentarzu Suetons vita Terentii, der in der Sammlung der Sueto-nischen Fragmente von Herrn Reifferscheid erschienen ist.