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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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zur Beseitigung metrischer Schwierigkeiten, von welchemwenig empfehlenswerthen Mittel der Kritik übrigens Ritschiselbst in den letzten Jahren mehr und mehr zurückgekom-men zu sein scheint. Weniger wird man ihm verargen,dass er bei einem so fehlerhaften Texte manche Ver-derbnisse, deren Evidenz aus grammatischen, metrischenoder logischen Gründen unzweifelhaft ist, übersehen hat.

Noch möchte ich auf einen Mangel Ritschl's weisen,den er freilich wohl mit allen Kritikern des Plautus indiesem Jahrhundert theilt: man vermisst in seinen kritischenVersuchen das frische Leben, den muntern Witz, die naiveGrazie, wodurch sich die Conjecturen der Kritiker des16. Jahrhunderts, die an grammatischer und metrischerKenntniss des Plautus tief unter Ritschi standen, oft sovortheilhaft auszeichnen.

Soll ich schliesslich ein definitives Urtheil über Ritschl'sVerdienste um die Emendation des Plautus geben, somöchte ich die Ansicht eines vor mehreren Jahren ver-storbenen Berliner Gelehrten unterschreiben, der sich ineinem Programm der dortigen Universität über den MilesGloriosus dahin geäussert hat, dass die Herstellung derPlautinischen Komödien von Ritschi vortrefflich begonnen,aber gleichwohl noch vielfach unsicher sei.

Weit höher als diesen Theil von Ritschl's Thätigkeitstelle ich seine literarhistorischen, metrischen und gram-matischen Untersuchungen hinsichtlich des Plautus undder ältesten römischen Denkmäler überhaupt.

Zumal die literarhistorischen, die grösstentheils in denParerga enthalten sind, erscheinen als wahre Meisterwerke.Es möge hier, gleichsam wie ein curiosum, bemerkt werden,dass Ritschi zuerst dem Plautus seinen wahren Namen