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klären als seine Leistungen auf anderen Gebieten derWissenschaft. Vor allem mangelt Ritschi im Plautus undsonst jene geniale Leichtigkeit des Conjectirens, die wiran den grössten Kritikern, vor allen an Richard Bentleyund Nicolaus Heinsius bewundern. Allerdings ist derText des Plautus so verderbt und schwierig, wie wohlkein anderes Schriftwerk des Alterthums, und alle Artender Verderbnisse, denen schriftlich fortgepflanzte Denk-mäler unterliegen: Entstellungen von Buchstaben, Silben,ganzen Worten, Lücken, Umstellungen, Interpolationensind dort zahlreich vertreten. Auch erscheint ihre Hebungoft um so schwieriger, als sie grossentheils keineswegsdem Mittelalter, sondern schon frühern Jahrhunderten desAlterthums, ja theilweise dem ersten Jahrhundert nachPlautus Tode und der Epoche des Cicero und Augustusihren Ursprung verdanken. Denn es leidet gar keinenZweifel, dass die Römer schon im i. Jahrhundert v. Chr.über viele Eigenheiten der Plautinischen Sprache undMetrik sehr im Unklaren waren, ja theilweise viel schlechterunterrichtet als wir, ähnlich wie den-Griechen zu Cicero'sZeit die Reden im Thucydides kaum verständlich erschie-nen. — Wenn nun, nach dem eben Gesagten, die Kritikim Plautus kühner, ja gewaltsamer sein darf als in vielenandern alten Autoren, so lässt sich doch nicht leugnen,dass Ritschl's Kritik die erlaubten Grenzen häufig über-schritten hat, dass er oft sehr weitgehende Textesänderun-gen vornahm, wo, wie das Beispiel älterer und jüngererKritiker zeigt, mit weit gelinderen Mitteln zu helfen war.Noch speciell ist an dieser Stelle zu rügen das Einschiebenvon Flickwörtern, also das willkürliche Statuiren vonLücken, ohne zwingende logische Motive, hauptsächlich