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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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durch die von ihm angeregten, so erscheint es mir zweck-mässig seine Arbeiten für Plautus und was sich an dieseknüpfte mit möglichster Ausführlichkeit zu besprechen,dafür das Uebrige desto kürzer zu behandeln.

In der Werthschätzung und Klassification der Hand-schriften, der Scheidung der gefälschten Ueberlieferungdes 15. Jahrhunderts von der ächten oder doch mindergetrübten hat Ritschi für Plautus zwar die richtigen Pfadeeingeschlagen, aber keine neuen. Seine Behandlung diesesGegenstandes beruht vielmehr durchaus auf denselbenPrincipien, die Lachmann für Lucrez, Jahn für Persiusund Juvenal, Madvig für Cicero und Livius, andere ander-weit angewendet haben, und die schon Friedrich AugustWolf in den prolegomena zu Homer mit bewunderungs-würdiger Klarheit entwickelt hat.

Was die Besserung des Textes durch Divination be-trifft, so hat Ritschi die Kritik des Plautus in den vonihm herausgegebenen Stücken nicht zu Ende geführt, under selbst sagt mit Recht, dass sie schwerlich je zu Endegeführt werden könne. Die Schwierigkeiten sind eben zugross, als dass ein Gelehrter, ja selbst die fortgesetztenBemühungen vieler sie vollkommen überwinden könnten.Nicht blos ist die handschriftliche Ueberlieferung der Komö-dien des Plautus eine äusserst verderbte, sondern, wasviel schlimmer ist, es fehlt uns viel zu sehr an gleich-zeitigen literarischen Denkmälern, um durch Vergleichungmit diesen einen Maassstab zu haben, für das was beiPlautus in grammatischer und metrischer Beziehung möglichoder unmöglich ist. Bekanntlich ist Plautus der älteste römi-sche Autor, von dem vollständige Werke erhalten sind. Wassich an gleichzeitigen oder früheren Denkmälern der