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Als seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts das deutscheGeistesleben wieder einen höheren Schwung nahm undsich auf würdigere Ziele richtete, kam in der PhilologieBentley zu Ansehen. Freilich gestaltete sich, je nachMassgabe der Talente, die Verehrung und NachfolgeBentleys bei dem Einen sklavischer und geistloser, bei demAndern liberaler und ingeniöser: alle aber stimmten über-ein in Bewunderung der präcisen Form von Bentleys Werken,der reichen, oft überraschenden Resultate, der scharfen,in der Fälle Mehrzahl unerbittlichen Logik, des richtigenTaktes in Abschätzung der Handschriften, der subtilenObservanz der grammatischen und metrischen Gesetze.Grade die Metrik als Wissenschaft war den Deutschenbisher gänzlich fremd geblieben; selbst in den bestenZeiten des 16. Jahrhunderts hatten es die PhilologenDeutschlands, wie ihre Gedichte bezeugen, nur zu einer,allerdings häufig recht guten, aber durchaus unbewusstenTechnik der lateinischen Versification gebracht.
Zuerst nun der Leipziger Professor Reiz, noch mehrsein grosser Schüler Gottfried Hermann erkannten dieNothwendigkeit, in möglichst engem Anschluss an Bentley'sAusgabe des Terenz neue Wege für die Kritik des Plautuszu finden. Doch waren ihre Bemühungen zu wenig conse-quent und andauernd, ermangelten auch zu sehr der kriti-schen Hülfsmittel, als dass sie für den Komiker sovielhätten leisten können, wie ihr Talent ihnen wohl vergönnthätte. Gleichwohl verdienen Hermann's Erörterungenüber die Verskunst des Plautus in den „elementa doctrinaemetricae" und sonst alle Achtung.
Schon im Jahre 1835 gab Ritschi eine Probe seinerPlautinischen Studien durch eine Ausgabe der Bacchides.