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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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Reisig war zwar auch ein guter Lateiner, doch ruhteder Schwerpunkt seiner Studien im Griechischen. Danachist es nicht zu verwundern, wenn auch Ritschi sich eherals Graecist denn als Latinist bekannt machte. Seineerste grössere Publication war i. J. 1832 eine Ausgabedes Thomas Magister, die diesen späten und urtheilslosen,jedoch durch manche Notizen und Fragmente werthvollenGrammatiker der byzantinischen Zeit, der schon im vorigenJahrhundert die Aufmerksamkeit der holländischen Grae-cisten auf' sich gezogen hatte, mit Glück behandelte.Dann folgten Abhandlungen verschiedener Art, die miteinigen auf die griechische Kunst bezüglichen Aufsätzenjetzt im 1. Bd. der opuscula philologica vorliegen. Unterdiesen erwähnen wir besonders die lichtvolle Arbeit überdie Alexandrinischen Bibliotheken unter den ersten Ptole-maeern und die Sammlung der Homerischen Gedichtedurch Pisistratus", die noch jetzt, auch nachdem überdas erste Thema manches, über das zweite unzähligesneue publicirt ist, grossen Werth hat, und von keinemFreunde der Cultur des Alterthums, zumal aber von keinemBearbeiter der Homerischen Frage ausser Acht gelassenwerden darf.

Dass sich Ritschi ferner manche Verdienste um diegriechische Metrik erwarb, wird mit Rücksicht auf seineLeistungen für Plautus nicht befremden.

Lange Zeit hatte er sich mit dem Plan einer Aus-gabe der antiquitates Romanae des Dionysius Halicarnas-sensis getragen (vgl. opusc. philol. I. , 471 fgdd.), bis erden dafür gesammelten Apparat einem Schüler überliess.

Allein schon in Breslau begann Ritschl's Thätigkeitsich dem Gebiet zuzuwenden, welches für sein späteres

F. Ritschi, v. L. Mueller. .,