vn
gen, mir stets die Freiheit des Urtheils gewahrt, ohne welchedie wissenschaftliche Forschung keinen Werth hat.
So ist die vorliegende Biographie verfasst mit derWärme, die grade diesem Felde historischer Thätigkeitbesonders nothwendig, und doch mit jener Unabhängigkeitder Kritik, welche nie der Person die Sache opfert. Da-nach darf ich hoffen, dass sie ebenso von den FreundenRitschi's als von den Gegnern mit Vergnügen und Theil-nahme gelesen werden dürfte, abgesehen natürlich voneinigen Ultras, mit denen wissenschaftlich zu debattirenüberhaupt nicht der Mühe lohnt.
Zur Publikation dieser Schrift veranlasste mich zu-nächst der Wunsch, über gewisse Principien der Philologieund Pädagogik mich öffentlich auszusprechen, da es mirschien, als ob auf diesen Gebieten mehrfach falsche oderdoch unklare Anschauungen obwalteten; ferner das Interessefür Ritschi.
Ritschi hatte viele Freunde und Bewunderer, aber auchviele Feinde und Neider: wie leicht kann seine Biographiein die Hände eines Extremen der einen oder der andernPartei gerathen, und so mit allen Fehlern ausgestattet wer-den, die, wie ich oben dargelegt habe, diesem Zweige derHistoriographie ohne methodische Kritik anhaften. Zumalder übermässige Eifer von Freunden hat, wie bekannt,schon bei Lebzeiten Ritschi zuweilen mehr geschadet alsalle Feinde. Wohin dergleichen Extravaganzen führen,