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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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38 Umritt des Kaisers durch die Stadt.

Freilich dürfen wir nicht übersehen, dass nicht inallen Herzen solche Begeisterung für den hohen GastDüsseldorfs loderte; ist es doch sogar vorgekommen, dassein Schüler des Lyceums *) aus Hass gegen Napoleonsich nicht dazu bewegen Hess, den Kaiser anzuredenmit: Vive! ah, vive longtemps et heureux Napoleon legrand, le grand Napoleon !"

Und wohl in manchem älteren Haupt mögen sichähnliche Gedanken geregt haben gegen den Mann, derso viel deutsches Land zu einer Dependance von Frank-reich gemacht hatte. Wenigstens kann man sich nichtdenken, dass nur Ungeschick der Düsseldorfer den An-lass zu Beugnots Bemerkung gegeben hätte, der Empfangdes Kaisers wäre beinahe kalt zu nennen gewesen, wennnicht die anwesenden Franzosen zu lebhaften Zurufenjene mit fortgerissen hätten.

Wenn das unserem Schriftchen beigegebene Bild**)nur annähernd die Stimmung der Düsseldorfer Bevölke-rung wiederspiegelt, so muss man gestehen, dass mehrGleichgültigkeit als Liebe und Verehrung sich darinausspricht.

Das Bild führt uns den Moment vor Augen, als derKaiser mit seinem Gefolge am Nachmittag des 3. No-vember, nachdem die Staatsrathssitzung beendet war, aufeinem Umritt durch die Stadt begriffen, unter Vorantrittder Elberfelder Ehrengarde und geleitet vom MinisterNesselrode und dem General Damas, soeben durch denTriumphbogen am Flingerthor in die Stadt einziehen will.Welchen Eindruck dieser Zug auf empfängliche Ge-müther hervorgebracht hat, das beschreibt uns besser alsder Maler, der weltberühmte Sohn Düsseldorfs, HeinrichHeine. ***)

Der Kaiser trug seine scheinlose grüne Uniformund das kleine welthistorische Hütchen. Er ritt einweisses Rösslein, und das ging so ruhig, stolz, so sicher,so ausgezeichnet .... nachlässig, fast hängend sass derKaiser, die eine Hand hielt hoch den Zaum, die andereklopfte gutmüthig den Hals des Pferdchens. Es war

Sed quem viderunt, Martern videre tremendum,Ast tibi non Mars, sed Juppiter almus adest.Quod praesens cernis, magis est mirabile sidus,Quam quod crinito lumine nocte nitet."*) Es war der bekannte Jurist und Politiker Friedrichv. Ammon. (S. Kölnische Zeitung 1874, Nr. 303.)

**) Einige hierauf bezügliche Notizen werden wir auf der letztenSeite mittheilen.

***) In den Reisebildern I.Ideen oder Le Grand."