Druckschrift 
Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

Empfangsvorbereitungen in Staat und Land. 13

Bis ins kleinste wurde alles vorgesehen, um demKaiser nicht die Laune zu verderben. Das Schiessenwurde ausser in Garnisonen verboten. Durch Polizei-sergeanten wurde in den Orten, wo der Kaiser durch-kommen musste, den Leuten eingeschärft, vor ihrenHäusern zu stehen, um dem Kaiser ihre Freude zu be-zeigen. Der Unterpräfekt des Arrondissements Essen,Baron von Sonsfeld, that sich besonders wichtig mitsolchen Verordnungen. Er meinte, wenn man den Leutenderartige Sachen nicht vorher sage, würden sie ,,über ihrGlück so verblüfft sein, dass sie vergässen, solche De-monstrationen zu machen", auf die der Kaiser doch soviel gäbe.

Aber auch von Düsseldorf aus wurde einigen Maires(von Angermund und Kaiserswerth) ans Herz gelegt, fürVerzierung der Wege und Strassen der Ortschaften durchLaubwerk u. s. w. Sorge zu tragen.

Classisch ist die Art und Weise, wie der Präfekt desRoer-Departements (Ladoucette) die Empfangsvorberei-tungen betrieb.Es müssen (schrieb er an die HerrenMeyer"), an den Tagen, die Ihnen angezeigt werden sollen,Städte, Flecken, Dörfer und alles Triumphbögen, Tro-phäen, Blumengehänge, Sinnbilder und Inschriften dar-bieten; es sollen auf den einzelnen zerstreuten Häusernnaive Ausdrücke süssen Mitgefühls und sanfter Empfin-dung zu lesen sein". Und weiter den Empfang ausma-lend, fährt er dann in einem wahren Jahrmarktsbudenstylfort:Da werden Sie dann, meine Herren, die Züge desmächtigsten, des geliebtesten aller Monarchen, des erstenHelden betrachten, den die Geschichte kennt, und derAlexander, Caesar, Titus und Carl den Grossen weithinter sich lässt. Sie werden auch die Züge deserlauchten Sprösslings der Maria Theresia, welche Gra-zien und Tugenden auf den Thron gebracht hat, be-trachten. Nie war eine schönere Gelegenheit für dieEinwohner des Roer - Departements, die Liebe, Treue,Dankbarkeit und Freude an den Tag zu legen, wovonsie beseelt sind".