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selbst die emanzipationssücbtigsten, immer eines männlichen Lenkers,einer männlichen Autorität bedürfen, so hat George Sand gleichsameinen litterarischen directeur de conscience, den philosophischen Ka-puziner Pierre Leroux. Dieser wirkt leider sehr verderblich auf ihrTalent, denn er verleitet sie, sich in unklare Faseleien und halb-ausgebrütete Ideen einzulassen, statt sich der heitern Lust farben-reicher und bestimmter Gestaltungen hinzugeben, die Kunst der Kunstwegen übend. Mit weit weltlicheren Funktionen hatte George Sandunseren vielgeliebten Frederic Chopin betraut. Dieser grosse Musikerund Pianist war während langer Zeit ihr Cavaliere servente; vorseinem Tode entliess sie ihn; sein Amt war freilich in der letztenZeit eine Sinekure geworden.....
Wir erleichtern uns die Beurteilung der Werke George Sands,indem wir sagen, dass sie den bestimmten Gegensatz zu denen desVictor Hugo bilden. Jener Autor hat alles, was diesem fehlt:George Sand hat Wahrheit, Natur, Geschmack, Schönheit und Be-geisterung und alle diese Eigenschaften verbindet die strengsteHarmonie. George Sands Genius hat die wohlgeründet schönstenHüften, und alles, was sie fühlt und denkt, haucht Tiefsinn und An-mut. Ihr Stil ist eine Offenbarung von Wohllaut und Reinheit derForm. Was aber den Stoff ihrer Darstellungen betrifft, ihre Sujets,die nicht selten schlechte Sujets genannt werden dürften, so enthalteich mich hier jeder Bemerkung, und ich überlasse dieses Themaihren Feinden.....
Da wir in Heines Werken keine Stelle vorfanden, die desDichters grosse und aufrichtige Freude an den Romanen Alex.Dumas" 1 , seines bestgeliebten Freundes in Frankreich, bekundet,so sei uns gestattet, diese Lücke durch die Wiedergabe einesfranzösischen Briefes auszufüllen, den Heine dem Autor der„ Trois Mousquetaires" am 28. März 1854 vorn Krankenlageraus schrieb.
.......Depuis six ans, je suis alite: dans le fort de la
maladie, quand j'endurais les plus grandes tortures, ma femme melisait vos romans, et c'etait la seule chose capable de me faire oubliermes douleurs.
Aussi, je les ai devores tous, et, pendant cette lecture, je m'ecriaisparfois: „Quel ingenieux poete que ce grand garcon appele AlexandreDumas!"
Certes, apres Cervantes et madame Schariar, plus connue sousle nom de la sultane Scheherazade, vous etes le plus amüsant conteurque je connaisse.
Quelle facilite! quelle desinvolture! et quel bon enfant vous etes!£n verite, je ne vous sais qu'un seul defaut: c'est la modestie.Vous etes trop modeste.